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Das Kocher-Brenztal zwischen Aalen und Sontheim an der Brenz, mit seinen steilen Talhängen und charakteristischen Wechseln aus Engstellen und Weitungen sowie seinen Zeugnissen der Frühindustrialisierung und des historischen Rohstoffabbaus, ist von besonderer Eigenart und Seltenheit für die gesamte Region Ostwürttemberg. Die Talhänge sind überwiegend mit naturnahen Kalkbuchenwäldern bestanden. Zudem machen Höhlen, Tobel und Klingen, die markanten Komplexe aus Felsen, Wacholderheiden, Magerrasen und Hecken sowie die teilweise gut sichtbaren historischen Ackerterrassen die charakteristische Eigenart des Landschaftsraumes aus. Von besonderer Bedeutung sind auch die historische Innenstadt von Heidenheim und der unter Naturschutz stehende historische Brenzverlauf zwischen Itzelberg und Aufhausen mit historischer Ortslage von Aufhausen und Stausee aus dem 15. Jh.

Auf engstem Raum sind nicht nur die Quellursprünge der beiden Fließgewässer zu erleben, sondern auch die unterschiedlichen Fließrichtungen: Die europäische Wasserscheide, die zwischen Königsbronn und Oberkochen liegt, ist zwar nicht konkret in der Landschaft sichtbar, deren Auswirkung ist allerdings direkt erlebbar! Kocher und Brenz sind überwiegend begradigt, stellenweise werden Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt.

Im weiteren Verlauf der Brenz, südlich von Heidenheim, stellt das Eselsburger Tal, als schmales naturnahes Bachtal mit steilen Hängen, Felsen, großflächigen Wacholderheiden und der charakteristischen Talbiegung, einen Bereich von ganz besonderer natürlicher Eigenart und Seltenheit dar.

Viele naturschutzrechtliche Schutzausweisungen spiegeln die außerordentliche Qualität des Landschaftsraums wider. Gleichzeitig ist das Kocher-Brenztal einer starken Überprägung durch Siedlungen wie Unter- und Oberkochen, Königsbronn, Heidenheim, und Gewerbebauten, Freileitungen sowie Verkehrsinfrastrukturen ausgesetzt. Insbesondere die Lärmimmissionen durch die B 19 wirken vielerorts störend und beeinträchtigen das Landschaftserleben. Der fortschreitende Flächenverbrauch durch Gewerbeansiedlungen und Wohnbebauung wird in allen Gemeinden des Landschaftsraums deutlich.